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// 05.03.2019
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Leder - Allgemein
| Wie habt Ihr das gemacht vom Lederhaus ?? |
Autor: Thomas Staab (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 06.04.26 18:46
Hallo!
Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen, wenn es die Tanten bei der
Berufsberatung schon nicht können, hehe.
Ich bin nämlich begeisterter Lederhobbyist und will mein Hobby mal zum Beruf
machen. Ich bastel schon eine Weile so einige Sachen, speziell für den
Gothic- und Metalbereich und finde auch Abnehmer (Freunde, Freundesfreunde und so).
Bei der Berufsberatung kann mir keiner sagen, wie ich denn meinem
Berufswunsch näher kommen kann, einmal nichtalltägliche Lederkleidung- und Accessoires zu machen, dabei selbständig zu sein und eben damit meine Brötchen zu verdienen. Die geben mir nur den Tip, eine Sattlerlehre zu machen, müssen sich aber im selben Moment eingestehen, dass wohl keine Sattlerei mehr einen 24jährigen Lehrling im ersten Lehrjahr einstellt. Eine gewisse Studienrichtung können sie mir auch nicht empfehlen.
Deshalb wollte ich euch mal fragen, wie ihr das gemacht habt und ob ihr mir da einen Tip geben könnt!
Brauche ich denn wirklich einen abgeschlossenen lederverarbeitenden Beruf? Oder reicht das, wenn ich die Kenntnisse woanders erlerne. Im Laufe der Zeit habe ich ja schon gelernt, mit Leder umzugehen, aber für die Selbständigkeit würde das garantiert nicht reichen.
Für eine Antwort wäre ich euch echt dankbar!!
Viele Grüße! Thomas
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| Re: Wie habt Ihr das gemacht vom Lederhaus ?? |
Autor: Stefan Giese (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 06.04.26 18:46
Hallo Thomas,
ja das ist eine interessante Frage.
Ich habe früher als Informatiker für eine Achitektengruppe gearbeitet.
Dann um das Jahr 1995 wollte ich ganz mit der Informatik aufhören und mich verändern bzw. weiterentwickeln und so suchte ich nach einer Alternative.
Da war ich 35 jahre alt.
Mein Partner und Freundin Bärbel Bruhm hat Gerber gelernt, später Meister und Techniker gemacht.
Sie hatte den Beruf auch aufgegeben und war im Entsorgungsbereich tätig.
Irgendwann besuchten wir einen Bekannten, der hatte einen Sack voll Lederreste im Keller stehen.
Ich nahm den Sack mit und gab ihn noch am gleichen Abend einem anderen Bekannten der am kommenden Sonntag auf einen Trödelmarkt als Händler fuhr.
Er verkaufte an einem Tag für 400 DM. Da war klar, man kann etwas machen (Wir haben übrigens in all den Jahren nie mehr für soviel Geld Lederreste an einem Tag verkauft und den Artikel mittlerweile gestrichen).
Also kündigte ich meinen gutbezahlten Job und wurde Gürtelverkäufer und zog über Handwerkermärkte, Stadtfeste und Weihnachtsmärkte.
Meine Wohnung mußte ich ebenfalls kündigen, so lebte ich dann in einer WG mit einem Zimmer in dem sich noch die gesamte Ware stapelte.
Bei einer Reise nach Portugal besuchten wir einen Studienkollegen von Bärbel. Der sagte so eine Firma müsse einen klaren / eindeutigen Namen haben.
"Pelle de casa" oder so ähnlich fände er gut. Also wurde das Lederhaus 1996 beim Patentamt als Warenzeichen angemeldet, Internet war zu der Zeit noch nicht bekannt.
Ich wohnte mittlerweile in einer anderen WG in einem noch kleineren Zimmer mit noch mehr Ware und daher suchte ich ein Lager.
So fanden wir den den alten Konsum in Duisburg der dann als Zwischenlager für die Ware dienen sollte wenn wir nicht auf dem Markt standen.
Der wurde dann innerhalb eines halben Jahres sehr aufwendig renoviert und so öffneten wir noch während der Woche zum Verkauf und fuhren am Wochenende weiter auf Märkte.
Dann so um das Jahr 1998 hörte ich immer mehr vom Internet und ging mal zu einem Nachbarn der damit sehr aktiv war.
So schaute ich mich nach meinen Wunsch-Domainnamen um: Lederhaus, Leatherhouse, Kuhfelle, Kernleder, Lammnappa usw.
Alles war noch frei, den letzten großen Block an Domainnamen buchte ich erst letztes Jahr 2002.
Na dann mußte ich doch wieder ran und mich mit der Informatik auseinandersetzten, was ich bis heute jeden Tag mache.
Eine neue Wohnung habe ich noch nicht wieder.
Aber es ist so.
Nun dann viel Erfolg bei deinem Lebensweg
Stefan Giese
Chef vom Lederhaus
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