Leder - Allgemein
 Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Christoph Muthers (---.versanet.de)
Datum:   06.04.26 06:01

Hallo,


ich habe hier einen unbenutzten, aber alten Transmissionsriemen aus Leder. Dieses Leder ist irgendwie spröde, hat lange nicht die Festigkeit die ich erwarten würde.
Ich weiß nicht wie alt das Leder ist, aber da es schon lange Transmissionsriemen aus Gewebe mit Gummierung gibt, nehme ich an, daß er aus der Zeit vor der Verwendung dieser Riemen stammt, also vielleicht schon 50 oder mehr Jahre alt ist.
Jetzt meine Frage: Kann es sein, daß der Riemen durch die lange Lagerung ausgetrocknet und unbrauchbar geworden ist? Oder sind diese Transmissionsriemen immer so?


Über Hinweise würde ich mich sehr freuen.
Christoph

 Re: Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Christoph Muthers (---.versanet.de)
Datum:   06.04.26 06:01

Hallo nochmal,

nach Versuchen mit Lederfett und Olivenöl bin ich mit dem Ergebniss von Wollfett sehr zufrieden. Das Leder erscheint nach dem Einfetten (und einziehen lassen) mit Wollfett nicht mehr brüchig. Es verträgt jetzt auch starke Biegungen.


Christoph

 Re: Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Detlef Wilhelm (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   06.04.26 06:01

Das Leder ist zwar jetzt wieder biegsam und elastisch geworden, aber mit der ursprünglichen Festigkeit ist es vorbei. Die "Lederseele" ist aufgeweicht bzw.aufgeschwemmt.

Gruß Detlef Wilhelm

 Re: Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Christoph Muthers (---.versanet.de)
Datum:   06.04.26 06:01

Hallo Detlef,

danke für die Antwort. Was genau bedeutet das? Wird Leder generell von zu viel Fett/Öl angegriffen oder irgendwie in der Struktur verändert.

Gruß,
Christoph

 Re: Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Detlef Wilhelm (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   06.04.26 06:01

Hallo Christoph,

wenn insbesondere zuviel Öl engesetzt wird, wird der Lederkern aufgeschwämmt und dadurch die Haltbarkeit des Leders eingeschränkt.
Deshalb soll das Leder nur Oberflächlich geölt werden.

Gruß Detlef

 Re: Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Lederzentrum GmbH (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   06.04.26 06:01

Hallo,

um ein Leder gegen Sprödigkeit zu schützen muss es rückgefettet werden, damit die verklebten Fasern (ein Gramm Leder hat eine innere Oberfläche von 300 qm!) wieder beweglicher werden. Ohne Rückfettung reißen die Fasern. Durch die über viele Jahre aufgenommene und abgegebene Feuchtigkeit (Leder nimmt Luftfeuchtigkeit auf und gibt diese wieder ab) verkleben oder verleimen die Kollagenfasern.

Je dünnflüssiger ein Öl ist, desto weicher wird das Leder aber. Nimmt man dagegen ein Fett, dringt es nicht hin, wo es hin soll. Man kann Öle oder Fette mit Wasser kombinieren (es gibt wasserlösliche Fette). Wasser alleine ist falsch, weil danach die Fasern erst recht verkleben.

Diesen Konflikt löst unser Sohlenöl. Es wandert an die nötigen Stellen und verharzt dort. Dadurch ist die Stabilität gewahrt aber die nötige Rückfettung alter Leder erfolgt. Das Rezept stammt von einem Gerber. Trotzdem: Alles erst mal an einem Teil testen um zu prüfen, ob sich der gewünschte Effekt einstellt.

http://@!#$.de/tip/fibel/schuhestiefel.html


Ich bin nur durch Zufall auf diese Seite gestoßen und will auch nichts "verkaufen". Aber da uns diese Problematik gelegentlich beschäftigt, wollte ich das Wissen gerne weiter geben.


Mit freundlichen Grüßen

Jörg Rausch

 Re: Wird altes Leder "morsch"?
Autor: Christoph Muthers (---.versanet.de)
Datum:   06.04.26 06:01

Hallo Jörg Rausch,


danke für die Information. Das kann ich nachvollziehen.
Die Tatsache das wässern zu weiterem Verkleben und nach Trockung verspröden führt habe ich auch mit einem Stück dieses Leders erlebt.
Mein Leder hier ist sicher noch kein schwerer Fall, es sieht immer noch aus wie neu und ist nur gelagert worden; es gibt sicher Fälle von altem und stark gebrauchten Leder, wo es viel dramatischer ist.

Ich denke Wollfett ist ebenfalls ein geeignetes Rückfettemittel, es ist ja von Natur aus auch für den Zweck vorgesehen (Haut und Fell geschmeidig und wassergeschützt halten) wenn auch bei ungegerbter Haut.
Es hat bei meinen Versuchen das Leder weniger weich werden lassen als Öl, owohl ich das so behandelte Stück enger biegen konnte als die Stücke mit Öl (ohne oberflächliche Risse zu bekommen).



Freundliche Grüße,
Christoph Muthers


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