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// 05.03.2019
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Leder - Mittelalter - Hobby
| Wie viel Leder braucht man? |
Autor: Peter Spätling (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 05.04.26 21:41
Hallo,
ich bin neu hier und würde mir gerne für LARP eine Lederrüstung bauen das erste Problem ist, dass ich zuvor noch nie mit Leder gearbeitet habe.
Das zweite Problem ist wie viel Leder braucht man und wie kann man das messen? Und kann man das Leder genau in den benötigten Maßen hier bestellen?
Was ich weis:
1.Ich sollte Blankleder benutzen (ca. 3,5mm - 4,0mm dick)
2.Zuvor eine Vorlage anfertigen z.B. aus Pappe
3.Sie soll bis auf ein paar Kleinigkeiten wie die Linke Rüstung auf dem Bild aussehen
http://www.lederhaus.de/forum/read.php?f=3&i=534&t=517
zum Beispiel soll der Oberbeinschutz vorerst entfallen oder komplett anders aussehen.
PS: Felix Haustein Respekt! ;-)
4.Um Leder in eine bestimmte Form zu bringen muss man es einfach komplett nass machen formen und dann in dieser Form trocknen lassen.
Ein paar Fragen die ich habe sind:
1.Was bringt es Kanten zu versiegeln?
2.Wie lange dauert es bis Leder ganz trocken ist und man es nicht mehr verformen kann? Und was passiert wenn die Form nicht passt kann man das Leder einfach wieder nass machen und neu Formen?
3.Was für Werkzeuge braucht man und muss man Kleben oder kann man auch alles mit Nieten zusammenhalten?
Danke
MfG
Peter
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| Re: Wie viel Leder braucht man? |
Autor: Andre Marschall (---.st-peter.stw.uni-erlangen.de)
Datum: 05.04.26 21:41
Mach ein Modell aus 1mm starker Pappe, dann siehst wie viel du brauchst. An Rundungen brauchst du bei dickem Leder (>2mm) mehr Material als du direkt an der Oberfläche misst, nimm dafür lieber nen Riemen von dem Leder und miss mit dem.
Kanten versiegeln weils schöner aussieht. Vor allem wenn die Kanten rund sind (also mit nem Kantenschneider abschrägen oder mit dem Cutter vorsichtig machen), vor allem bei hartem Leder ist es sehr unangenehm wenn dir eine scharf geschnittene Kante auf die Haut drückt oder sogar drübergezogen wird. Gibt ja Sachen wie Gum Tragacanth, wenns Croupon ist reicht auch ein sehr feines Sandpapier und damit die Kante polieren bis sie glatt ist.
Wie lange dauert es bis das Leder trocken ist… Ich würd es einfach an einem gut belüfteten Ort über Nacht oder nen Tag lang stehen lassen. Und wenn es ein wenig aushärten soll da wo es warm ist, z.B. in der Sonne oder neben der Heizung. Solange es nicht gehärtet wurde dürfte es sich wieder verformen lassen, aber probiers lieber mal aus mit nem Probestück. Wenn du fragst weil du es am Körper trocknen lassen willst… stell dich in die Sonne und nicht bewegen, schätze mal 3-4 Stunden bei der Materialstärke ;)
Ich würde es nicht nieten, so stabil sind die normalen Hohlnieten nicht, vor allem nicht wenn du keine Drehspindel bei dir rumstehen hast. Da lieber nähen, mit saustabilem Garn oder am Besten (Kunst-)Sehnen. Zuerst die zwei Lederstücke zusammenkleben (zur Fixierung), dann mit einer Ahle vorstechen und mit einer Ledernadel (runde Spitze, ganz wichtig!) vernähen. Ist stabiler als der Nähmaschinenstich einer Nähahle.
Werkzeuge: Cutter, Ahle (Ersatzaufsätze sind immer gut), Nadeln mit runder Spitze, Metalllineal für gerade Schnitte und ne Holzunterlage zum Schneiden. Wenn du Croupon benutzt (also 4,5 – 5mm stark) dann nimm nen ganz dünnen Feinmechanikbohrer statt ne Ahle, bei Holz kommst damit nicht weit :P
Gruß
Ghost
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| Re: Wie viel Leder braucht man? |
Autor: Peter Spätling (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 05.04.26 21:41
Hallo Andre,
danke für die Antwort. Inziwschen ist meine Rüstung (die zweite ^^ ) auch fast schon fertig. Habe deinen Post leider gar nicht bemerkt.... Hab dafür alles so gemacht wie du gesagt hast, sprich bin auf alles von selbst gekommen. Nur nicht das mit dem Kleben, da ich kein Fan von Kleber bin.
Jetzt hab ich jedoch noch eine Frage, warum sollte man eine Nadel mit runder Spitze nehmen? Geht die besser durch die vorgestochenen Löcher? Manchmal bleibt man da ja schon hängen, ich benutze übrigens eine Schwertahle, da sind die Löcher breiter, geht meiner Meinung nach besser.
Gruß
Peter
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| Re: Wie viel Leder braucht man? |
Autor: Andre Marschall (---.st-peter.stw.uni-erlangen.de)
Datum: 05.04.26 21:41
Naja, ich mach ja öfters mal Armbänder, da machen sich die breiten Löcher von einer Schwertahle nicht so schön... Ich denke die lohnt sich besonders dann wenn man mit (Kunst)sehne näht, für einen normalen Faden reicht mir auch ein kleines Loch.
Die runde Spitze (Sattlernadel) deswegen weil du dir ja bereits die Arbeit gemacht hast ein Loch vorzustechen, die Sattlernadeln müssen dann zwangsweise durch dieses Loch. Spitze Nadeln neigen dazu sich ihren eigenen Stichkanal zu bohren, das ist nicht nur extrem anstrengend (ich sag nur Zange benutzen) sondern du hast am Ende auch einen ganzen Haufen krummer Nadeln herumliegen.
Nunja, es ist schon manchmal praktisch die Stücke ein wenig zusammenzukleben, da bekommt man eine schöne gerade Naht hin weil die Lederstücke nicht mehr aufeinander rutschen während du vorstichst.
Wünsch dir noch viel Erfolg mit deiner Rüstungsbastelei 
Gruß
Ghost
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