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// 05.03.2019
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Leder : Western - Country
| Punzieren |
Autor: Stefanie Hahn (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 05.04.26 19:53
Hallo und guten Abend,
wir veranstalten in unserer Grundschule jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt und sind ständig auf der Suche nach neuen Ideen.
Im Internet bin ich auf das Punzieren gestoßen. Meine Idee ist Folgende: Aus Lederresten Schlüsselanhänger fertigen und mit dem Namen der Schule bzw. des Marktes punzieren (heißt das so??).
Am Leichtesten wäre es natürlich mit speziellen Buchstaben. Allerdings ist der Verkauf immer für einen guten Zweck, so dass die Herstellung so günstig wie möglich sein sollte. Kann ich also den Namen auch irgendwie anders in das Leder prägen?
Und eignet sich überhaupt jedes Leder dafür? Ich dachte, dass die Lederreste einfach so zugeschnitten werden, dass sie sich um den Anhängerring legen und dann quasi doppelt sind. Dann bräuchte man sich nur festzunähen und könnte das Punzieren doch dann auch an dünnerem Leder machen, oder??? 
Sorry für die vielen Fragen, aber ich bin echt totaler Anfänger, was Leder angeht. 
Schonmal herzlichen Dank für Eure Hilfe!!!!
VLG
Steffie
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| Re: Punzieren |
Autor: Jens Knoche (---.unitymediagroup.de)
Datum: 05.04.26 19:53
Hallo Steffie,
du brauchst mindestens 2mm dickes, pflanzlich gegerbtes Leder um halbwegs vernünftig punzieren zu können, besser dicker.
Um einen Schlüssenanhänger zu erstellen brauchst Du Leder, Du schneidest es nicht doppelt aus, sondern lässt am oberen Ende einen Lederstreifen den Du durch den D-Ring schiebst und dann umklappst. Dann lochen und eine Niete durch. Vor dem vernieten solltest Du die Prägung vornehmen.
Um ein Motiv in das Leder zu schlagen brauchst Du Stempel und einen Holz/Kunststoffhammer. Das Leder musst Du anfeuchten damit der Stempelabdruck im Leder bleibt. Nach dem Prägen kannst Du das Leder färben. Ob gefärbt oder nicht, musst Du in jedem Fall das Leder mit einem Finish behandeln, damit der Anhänger kein Wasser zieht und nicht fleckig wird.
Das ganze ist also recht zeitintensiv und somit teuer, da Du sicherlich nicht einen Stempel für den Markt anfertigen lassen willst.
Die nächste Möglichkeit ist, etwas in das Leder einzubrennen. Dafür gibt es spezielle Lötkolben mit Aufsätzen. Damit kenne ich mich aber leider nicht aus.
Gruß Jens
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| Re: Punzieren |
Autor: Jens K. (---.unitymediagroup.de)
Datum: 05.04.26 19:53
Hallo H.Schauster,
um Leder prägen zu können muss man es anfeuchten. Ich beschäftige mich nun schon einige Zeit mit dem Punzieren und bin nun doch recht neugierig, warum das nicht "reichen" sollte. Und das man es "dampf" machen sollte ist ein Begriff der mir rein gar nichts sagt.
Gruß Jens
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| Re: Punzieren |
Autor: Herby das Gürteltier aus RT (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 05.04.26 19:53
Hallo liebe Leute,
macht doch nicht immer so ein Geheimnis um das anfeuchten. Lederstück komplett eintauchen in Wasser bis keine Blasen mehr aufsteigen, dann raus und abwarten, bis die Oberfläche wieder die Normalfarbe angenommen hat - fertig. Dann kann punziert werden, sofern man vegetabiles Leder hat, das geeignet ist.
Stempel lassen sich auch aus Schrauben und Nägeln zurechtfeilen bzw. hämmern. Auch Holzteile oder Plastikteile sind geeignet um im feuchten Leder bleibende Eindrücke zu hinterlassen.
Nur Mut Frau Hahn, jeder fängt mal an!
Ihr Herby (Gürteltier aus RT)
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| Re: Punzieren |
Autor: Jens Knoche (---.unitymediagroup.de)
Datum: 05.04.26 19:53
Ich nehme immer einen feuchten Schwamm mit dem ich das Leder so lange bestreiche bis das Leder einen gleichen feuchten Farbton angenommen hat und punziere dann. Evtl. je nach größe muss zwischendurch nachgefeuchtet werden. Mich hat es eigentlich nur gewundet was Herr Schauster geschrieben hat, damit konnte ich nichts anfangen.
Das mit dem Eintauchen ist auch eine Möglichkeit, da besteht aber die Chance das man das Leder zu feucht (nass) macht und somit beim Punzieren das Leder verzieht (nach aussen getrieben wird). Aber ich schätze mal, das ist Geschmackssache und man muss einfach sehen womit man am besten zurechtkommt.
Gruß Jens
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| Re: Punzieren |
Autor: Herby das Gürteltier aus RT (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 05.04.26 19:53
Hallo Jens,
das ist völlig okay. Puristen bauen sich auch eine Art Kleingewächshaus und decken das Leder über einer Wasserschüssel mit Gitter mit einer Folie ab und lassen das Leder nur durch Verdunstung durchfeuchten, damit kein Kalk ins Leder kommt. Ist sinnvoll, wenn man über längere Zeit an einem Stück arbeitet. Dis Schwammnässung ist auch okay, Du musst nur immer die ganze Fläche einnässen, denn sonst gibt es Ansätze und Ränder. Ich nehme gelegentlich eine Wasserflasche mit Sprühkopf aus dem Gärtnereibedarf und neble meine Lederstücke ein. Zu nass ist falsch, denn dann kommt der sog. Pfannkucheneffekt mit den von Dir erwähnten Verformungen zum tragen. Das schöne an der Lederbearbeitung ist, daß man nie auslernt. Ich bin nunmehr seit fast 23 Jahren diesem Medium verfallen.
Nur Mut und keine Angst vor dem Material.
Herby aus RT
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| Re: Punzieren |
Autor: Herby das Gürteltier aus RT (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 05.04.26 19:53
Die von Jens verwendete Bezeichnung "Dampf" soll vermutlich damp heissen und bedeutet nix anderes als f e u c h t ! Wichtig ist, daß die Kapillaren im Lederinneren feucht und damit verformbar sind. Nach dem Trocknen halten sie die Form (leider nehmen sie auch ungewollte Eindrücke auf, die sich nicht immer durch eine kleine Embossing-Behandlung (Bearbeitung von der Rückseite, Verformung) wieder behebnen lassen.
Ein Thema ohne Ende..........!
Probieren geht über studieren.
P.S. Ich wusste anfangs auch nicht, dass man das Leder anfeuchten muss und habe fast meine Werkzeuge zerstört.
Gruss
Herby aus RT
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| Re: Punzieren |
Autor: Jens Knoche (---.unitymediagroup.de)
Datum: 05.04.26 19:53
:D Das mit dem anfeuchten wusste ich Gott sei dank vorher :D
Ich mache das Ganze seit ca. 4 Jahren. Aber ich würde nicht behaupten es zu können ;), es kommen allerdings schon ein paar nette Sachen bei rum. Falls es Dich interessiert: www.mySeraphim.com . Das ist meine Private HP mit meinen Werken, würde mich über Kritik freuen.
Gruß Jens
PS.: Stimmt Herr Schauster könnte "damp" mit Dampf verwechselt haben. Das macht Sinn.
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